„Die weltweite wirtschaftliche Erholung hat unbestreitbar eingesetzt, wird aber kaum noch an Dynamik gewinnen. Dieser Konjunkturaufschwung reicht nicht überall aus, um auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sinken zu lassen. Das gilt besonders für das in Rückstand geratene Europa“, sagt Mertes.

Für Österreich übersetzt heißt das: Obwohl die Wirtschaft dieses Jahr voraussichtlich um 1,2 % wachsen wird, erwarten die Experten im schlechtesten Fall einen Insolvenzanstieg von bis zu 5 % auf insgesamt über 7.000 Fälle. Für 2011 wird ein Rückgang von -2 % prognostiziert.
Europavergleich
Im Europavergleich ist Österreich mit einem immer noch steigenden Insolvenzniveau nicht alleine. Vor allem im Süden zieht der Pleitegeier weiter seine Runden.
In Griechenland werden die Insolvenzen sogar um 25 % nach oben klettern. Spanien – der Spitzenreiter im letzten Jahr – rechnet immer noch mit einer Zunahme von ca. 500 Insolvenzen im Jahr 2010 (+10 % im Vergleich zum Vorjahr).
Bei den Zunahmen gibt es gravierende Unterschiede: Während die Insolvenzen im wichtigsten Exportmarkt Deutschland nur noch um 1 % steigen, steht der zweitwich-tigste Exportmarkt Italien einem Anstieg von 14 % gegenüber. Somit werden 2010 rund 11.000 italienische Unternehmen das Handtuch werfen. „Das Firmensterben in Italien trifft die österreichischen Exporteure besonders hart“, sagt Mertes.
„Die unterschiedlichen Insolvenzprognosen führen wir in erster Linie auf ungleiche Strukturen in den einzelnen Ländern zurück. Aber auch die mehr oder weniger star-ken Maßnahmen, mit denen man der Krise begegnet, sind Ursache dieser verschie-denartigen Erholung. Leider kommt Europa damit insgesamt nicht so richtig in Fahrt. Beschäftigungsprobleme, Vorsicht beim privaten Konsum und zurückhaltende Investitionen von Unternehmen und öffentlicher Hand bremsen den Aufschwung“, so Mertes weiter.
Sinkende Insolvenzen nur in Nordeuropa
„Nur im nördlichen Europa können wir heuer mit sinkenden Insolvenzzahlen rech-nen“, weiß Mertes. In Großbritannien und Schweden werden sie gegenüber 2009 sogar um 9 % sinken. In Finnland werden es -4 % und in Norwegen -2 % sein.
Mittel- und Osteuropa
In Mittel- und Osteuropa wird die Entspannung erst 2011 einsetzen. „Polen war 2009 das einzige europäische Land mit einem positiven BIP-Wachstum von 1,7 %. Dennoch muss auch Polen einen weiteren Insolvenzanstieg von 16 % verkraften“, so Mertes. Gleichzeitig werden in Tschechien die Insolvenzen um 16 % auf 1.750 ansteigen.
Gleichmäßiger Rückgang in USA, Japan und China
Während Europa um die Erholung kämpft, kehrt in den USA, Japan und China Ruhe ein. Heuer werden die Insolvenzen sowohl in den USA (-10 %) als auch in Japan und China (-8 %) gleichmäßig sinken.
Entspannung kommt 2011
Die positive weltweite Entwicklung wird am Ende auch auf Europa ausstrahlen. „Europa ist zwar oft nicht mehr Motor von weltwirtschaftlichen Entwicklungen, es profitiert aber von seiner globalen Vernetzung. Der weltweite Aufschwung wird Europa früher oder später aus der Insolvenzkrise führen“, so Mertes.
PRISMA Kreditversicherungs-AG wurde 1989 gegründet, erzielte 2009 53 Mio. Euro Um-satz und ist Marktführer in Österreich. PRISMA ist zu 100 % Tochter der OeKB EH Beteili-gungs- und Management AG. Die Oesterreichische Kontrollbank AG hält 51 % der Manage-mentholding, 49 % hält die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Hamburg. Die Euler Her-mes Gruppe, mit Sitz in Paris, ist Weltmarktführer in der Kreditversicherung und gehört zum Allianz-Konzern.
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