Wien (OTS), 13.01.2012 – Die beiden österreichischen Kreditversicherer PRISMA und OeKB Versicherung ließen zum Thema Forderungsmanagement eine repräsentative Umfrage unter Finanzmanagern vom Österreichischen Gallup Institut im November 2011 durchführen. Die Ergebnisse stimmen nachdenklich: Trotz aller Warnungen sind die Vorzeichen der Krise in den Köpfen der österreichischen Top-Finanzmanager noch nicht angekommen.
Falsche Wahrnehmung befragter CFOs
Obwohl sich die Zahlungsmoral tendenziell verschlechtert und die Insolvenzprognosen pessimistischer werden, denken nur 35 % der Befragten CFOs, dass die Forderungsausfälle für das eigene Unternehmen zunehmen werden. Die restlichen 65 % geben an, keine Probleme zu haben, wenn es um die Zahlungsmoral ihrer Kunden geht.
42 % verzichten auf eine Forderungsabsicherung mittels Kreditversicherung, weil ihre Kunden immer zahlen und sie diese selbst am besten zu kennen glauben. „Die Finanzmanager betreiben da eine Art Vogel-Strauß-Politik: Sie wollen die Krisenvorzeichen nicht sehen und rechnen nicht damit, dass auch ihnen Auftragsrückgänge drohen. Dabei würde ein Blick auf die aktuelle Exportstatistik genügen“, warnt Helmut Altenburger, Vorstand der OeKB Versicherung. Altenburger bezieht sich dabei auf die deutlich gesunkene Exportdynamik ab Mitte des vergangenen Jahres. Damit stünde für ihn außer Frage: Umsatzsteigerungen könne man nur mehr über neue und riskantere Märkte generieren. Dazu bräuchten die Manager aber mehr als eine simple Büroauskunft. „Man sollte schon genau wissen, welchen Kunden man neu an Bord holt. Wir jedenfalls kennen diese neuen Märkte und in den allermeisten Fällen auch bereits die neuen Kunden“, so Altenburger weiter.
Manager rechnen nicht nach, was ein Forderungsausfall kostet
52 % der Befragten glauben, das Risiko eines Zahlungsausfalles selbst tragen zu können. Ludwig Mertes, Vorstand bei PRISMA Kreditversicherung, rechnet vor: „Bei einem Zahlungsausfall von 100.000 Euro, muss ein Unternehmen – eine Umsatzrendite von 5 % vorausgesetzt – satte 2 Millionen Euro Mehrumsatz machen, um diesen Forderungsausfall wieder wett zu machen. Es ist also unverantwortlich zu glauben, dass man Forderungsausfälle ohne weiteres verkraften kann. Schließlich wissen wir, dass viele Pleiten in Österreich Folgeinsolvenzen sind. Ein Forderungsausfall kann ein Unternehmen schneller in den Abgrund reißen, als sich das die CFOs eingestehen wollen“, so Mertes.
Bei PRISMA und OeKB Versicherung schätzt man, dass in Österreich alleine 2011 mehr als 2 Milliarden Euro an Forderungen abgeschrieben werden mussten. Diese Summe entspricht ungefähr dem jährlichen Exportvolumen von Österreich nach China.
Der Krise entgegenwirken
Unternehmer schützen ihr Vermögen ganz selbstverständlich gegen Feuer oder Diebstahl. Den häufig größten Posten im Umlaufvermögen, die offenen Kundenforderungen, meint man nicht schützen zu müssen. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalles viel höher.
„Die typischen Vorboten einer Krise sind da: Die Exporte gehen zurück, die Auftragslage in den Unternehmen ist ungewiss und die BIP Prognosen für 2012 werden nach unten korrigiert. Die Auswirkungen der Schuldenkrise oder der anhaltenden Ratingabstufungen sind derzeit so gut wie nicht vorhersehbar. Bankfinanzierungen werden aber sicher teurer und schwieriger. Das wirksamste Instrument zur Stabilisierung und Verbesserung der Liquidität des eigenen Unternehmens ist jedenfalls ein straffes Forderungsmanagement. Eine Kreditversicherung gehört hier einfach dazu. OeKB Versicherung und PRISMA haben schon während der Krise 2008/09 bewiesen, dass sie verlässliche Partner in unruhigen Zeiten sind. Dieses Angebot sollten Finanzmanager jetzt umso mehr nützen“, so Altenburger und Mertes unisono.