„Als ich diese Zahlen gesehen habe, dachte ich spontan: Ist die Krise tatsächlich schon ver-gessen? Haben wir nichts daraus gelernt?“, wundert sich Ludwig Mertes, Vorstand bei PRISMA Kreditversicherungs-AG als Branchenmarktführer. „Nach unserer Schätzung haben wir in Österreich 34.600 Exporteure, die Auslandsgeschäfte auf offene Rechnung durchführen. Vermutlich haben nur 5.000 davon eine Kreditversicherung abgeschlossen.“
Dabei ist diese Analyse sehr konservativ in ihren Annahmen. Ausgehend von rund 243.000 Arbeitgeberbetrieben wurden all jene Unternehmen abgezogen, die aufgrund ihrer Größe, Struktur oder auch aufgrund des Geschäftsgegenstandes keine klassischen Kreditversiche-rungskunden sind (siehe Tabelle, Spalte 3: Potenzial für KV=Kreditversicherung).
Risiko nach Bundesländern
Relativ gesehen sind die Exporteure in Oberösterreich am besten abgesichert. Knapp 20 % haben bereits eine Kreditversicherung abgeschlossen, gefolgt von Vorarlberg, wo 18 % die Dienstleistung der Kreditversicherer in Anspruch nehmen.
Schlusslicht sind Burgenland (8 %) und Tirol (9 %). Bildet man das arithmetische Mittel so sind landauf landab ca. 86 % der Exporteure und damit etwa 29.600 Betriebe nicht versichert.
„Das Gewitter von 2009 ist zwar vorbei, aber die unmittelbare Gefahr für die eigenen Exporte ist nicht gebannt“, erklärt Mertes. „Während die meisten Unternehmen ihr Anlagevermögen gegen alle möglichen Risiken schützen, ist ihnen oftmals nicht bewusst, dass der größte Posten im Umlaufvermögen Kundenforderungen sind, die man ebenso leicht versichern könnte. Interessanterweise meinen Unternehmen häufig, dass sie gerade das Risiko des Zahlungsausfalles selbst tragen können. Dabei sind die Kosten für die Kreditversicherung leicht zu kalkulieren, während ein Forderungsausfall immer ein unkalkulierbares Ereignis darstellt, das in der Regel unerwartet eintritt.“
Die Kreditversicherung ist ein wichtiges Instrument zur Ergänzung des eigenen Forderungs-managements. Sie hat ganz klar zum Ziel, Schadensfälle durch fundierte und laufende Boni-tätsprüfung so weit wie möglich zu vermeiden. Sollte trotz aller Prävention etwas passieren, bezahlt der Kreditversicherer den Schaden.
„In Beratungsgesprächen sind wir oft mit einer gewissen Einzahlungs-Auszahlungs-Mentalität konfrontiert. Die Unternehmen möchten mittelfristig die Prämien in Form von Ver-sicherungsleistung wieder zurück bekommen. Das ist zwar menschlich verständlich, aber natürlich nicht unser Geschäftsmodell. Wir müssen unsere potenziellen Kunden überzeugen, dass sie zwar Prämie bezahlen, aber gleichzeitig die Bonitätsbeobachtung und ein internati-onales Frühwarnsystem einkaufen, damit Schadensfälle erst gar nicht eintreten“, so Mertes.
Für viele Unternehmen sind ausländische Kunden und Märkte Neuland. PRISMA begleitet – als österreichisches Standbein der Euler Hermes Gruppe – die Exporteure in über 50 Länder quer über den Globus.
PRISMA Kreditversicherungs-AG wurde 1989 gegründet. 2009 erzielte PRISMA
53 Mio. Euro Umsatz und ist zu 100 % Tochter der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG. Die Oesterreichische Kontrollbank AG hält 51 % der Managementholding, 49 % hält die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Hamburg. Die Euler Hermes Gruppe, mit Sitz in Paris, ist Weltmarktführer in der Kreditversicherung und gehört zum Allianz-Konzern.
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