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Pressespiegel

Freitag, 27. August 2010

Kreditversicherer stehen Zielpunkt bei 

Der angeschlagene Soft-Diskonter Zielpunkt (304 Filialen, 3000 Mitarbeiter) soll in 15 Monaten zu einem Nahversorger umgekrempelt werden und zugleich den Turnaround schaffen. Dieses kühne Ziel stecken sich die Sanierer Jan Satek und Markus Roschel vom deutsch-luxemburgischen Investmentunternehmen BluO, die mit 1. Juli das Ruder bei Zielpunkt übernommen haben. Vom Verkäufer Tengelmann sollen sie dem Vernehmen nach einen ordentlichen zweistelligen Millionenbetrag zur Verlustabdeckung erhalten haben. "Wir verfügen über die notwendigen Mittel, um die Sanierung durchzuziehen", sagt Satek. "Ziel ist die Wiederherstellung der Profitabilität." Das Sanierungskonzept sieht nicht nur Nachlässe der Lieferanten vor, sondern klappt nur, wenn es die Kreditversicherer Prisma und Coface unterstützen.

Unterstützung geholt

"Wir werden Zielpunkt weiter begleiten, in dem Umfang, den wir schon bisher decken", sagt Bettina Selden, Vorstand der Prisma Kreditversicherung, die diese Vorgangsweise mit dem Mitbewerber Coface abgestimmt hat. "Das Management macht einen guten Eindruck, das Konzept hat uns überzeugt und es ist im Moment genug Geld da." Aber Ausweiten wollen die Kreditversicherungen ihre Deckungen auf neue Lieferanten nicht. Indes verhandelt die neue Zielpunkt-Führung derzeit mit zwei möglichen Kooperationspartnern, darunter soll die Einkaufsgemeinschaft Markant (Nah & Frisch) bzw. Pfeiffer sein. "Wir fahren eine Wachstumsstrategie und werden in den nächsten zwölf Wochen 15 neue Filialen eröffnen", sagt Satek.

Indes werden heuer noch 13 besonders schlechte Filialen geschlossen, von denen laut Satek keiner weiß, warum sie überhaupt eröffnet wurden. Zur besten Zeit hatte Zielpunkt 365 Standorte. Bei rund 295 "Supermärkten ohne Firlefanz" sieht Satek die notwendige kritische Masse. Der Umsatz soll heuer die 500-Millionen-€-Latte knapp schaffen, das negative EBITDA soll sich bei mehr als 20 Millionen €einpendeln, der Verlust 2010 dürfte etwa 25 Millionen € betragen. Dass Zielpunkt Ende 2011 bereits ein kleines positives Ergebnis schreiben will, erzeugt bei Branchenkennern Skepsis. Rund 15 Millionen Kostenersparnis soll die Sanierung bringen. Das Sortiment wird entstaubt, eine neue Bio-Linie soll eingeführt und Eigenmarken entwickelt werden. Satek: "Zielpunkt hat keine Dachmarken und 250 Eigenmarken, die kein Kunde als solche erkennt."

Grafik: ZIELPUNKT: EBITDA

Zielpunkt-Vorstand Jan Satek hat bei den Versicherern seiner Lieferanten gute Karten. Er soll auch mit Markant verhandeln

"WirtschaftsBlatt" vom 27.08.2010

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Mag. Melitta Schabauer
Pressesprecherin
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