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Pressespiegel

Donnerstag, 22. Juli 2010

Rasantes Firmensterben im Süden Europas 

Italien und Griechenland bleiben im Sog der Pleitewelle - USA und China erholen sich

Wien - Exporteuren aus Österreich kommen im Ausland immer mehr Geschäftspartner abhanden, denn das internationale Firmensterben reißt nicht ab. Nach einem dramatischen Zuwachs im Vorjahr pendeln sich die Pleiten zwar heuer auf hohem Niveau ein. In einzelnen Ländern, vor allem im Süden, gibt es dennoch weiter große Ausschläge nach oben, prognostiziert der Kreditversicherer Prisma.                       


Turbulent geht es in Italien zu, dem zweitwichtigsten Exportland der Österreicher: 11.000 italienische Betriebe werden heuer ungewollt das Zeitliche segnen und damit um 14 Prozent mehr als im Vorjahr. In Griechenland geraten voraussichtlich sogar um ein Viertel mehr Unternehmen in den Sog der Krise und in letztlich in die Zahlungsunfähigkeit. Spanien als langjähriger negativer Spitzenreiter rechnet mit plus zehn Prozent.

Dass in Deutschland vergleichsweise wenig Unternehmer aufgeben und Konkurse in Nordeuropa sogar wieder sinken, führt Prisma-Vorstand Ludwig Mertes auf ungleiche Strukturen der Länder zurück - und unterschiedliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise. Insgesamt komme Europa aber nur langsam in Fahrt. Hohe Arbeitslosigkeit, zurückhaltende Investitionen und vorsichtigerer Privatkonsum bremsten sie ein.

Der Kreditversicherer sieht eine Entspannung in Europa erst 2011 - dank des weltweiten Auftriebs, von dem Europa mit seiner globalen Vernetzung profitiere. Früher dran sind wieder einmal die Amerikaner: Ruhe kehre bei ihnen bereits heuer ein, die Zahl der Insolvenzen soll bis Jahresende um gut ein Zehntel zurück gehen. In China und Japan zeichnet sich derzeit eine ähnliche Entwicklung ab.

Was Österreich betrifft, rechnet Prisma für heuer noch mit um fünf Prozent mehr Pleiten, 2011 sollten es dann wieder weniger werden. Kreditschützer wie KSV und AKV warnen hingegen vor einer zweiten Insolvenzwelle im Gefolge der konjunkturellen Erholung. Vielen Betrieben fehlt für höhere Umsätze das Eigenkapital, und die Banken füttern sie nicht länger durch.

Bei den privaten Schuldnern in Österreich stagniert die Zahl entsprechender Regulierungsverfahren bereits heuer. 765 Menschen melden monatlich Privatkonkurs an, rechnet der KSV vor. Es seien zu 64 Prozent Männer. Was daraus resultiere, dass ein großer Teil unter ihnen zuvor selbstständig war und mit Bürgschaften hadert. Bei Alleinverdienern in Familien laufen über sie zudem die Kreditverbindungen. Ein Viertel der Privatpleitiers seien gescheiterte Unternehmer mit Passiva von durchschnittlich je 121.000 Euro. Wiener führen die Statistik an. (vk)

"Der Standard" vom 22.07.2010                            

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Mag. Melitta Schabauer
Pressesprecherin
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