Wirtschaftsklima in Slowenien deutlich besser

Südosteuropa-Wirtschaftsindex zeigt: Ein Drittel der Unternehmen positiv gestimmt

Wien, 31. Mai 2016: Slowenien ist seinem Stimmungstief entkommen. Seit dem letzten Jahr haben sich viele Indikatoren verbessert - das zeigt der aktuelle Südosteuropa-Wirtschaftsindex von PRISMA Die Kreditversicherung.

Voriges Jahr war die Lage alles andere als rosig. Nur jedes fünfte slowenische Unternehmen war 2014 mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage im jeweils eigenen Sektor zufrieden. 2016 zeichnet sich ein deutlich besseres Bild ab. Jede dritte Firma gibt an, dass die Situation (sehr) gut ist. Diese Aussage wird von der Tatsache gestützt, dass 40 % dieser slowenischen Unternehmen die Entwicklung in den kommenden 12 Monaten (sehr) positiv einschätzen. 2014 waren nur 24 % der Unternehmen dieser Meinung gewesen.

Abb. 1: Wirtschaftlicher Ausblick auf die nächsten 12 Monate in der Einschätzung von slowenischen Unternehmen in Prozent. (n= 150, 1 = sehr positiv und 5 = sehr negativ)

„Wir können diese verbesserte Stimmung gut nachvollziehen. Auch wir merken bei der Beurteilung der Unternehmen, dass sich viel zum Positiven gewendet hat. Das zeigen ja auch die volkswirtschaftlichen Indikatoren. Außerdem haben einige strategisch wichtige Unternehmen zuletzt neue, gute Eigentümer gefunden“, sagt die zuständige Kreditexpertin bei PRISMA Gudrun Meierschitz.

In den Südosteuropa-Wirtschaftsindex fließen Einschätzungen zur aktuellen und künftigen Gesamtsituation sowie zu geplanten Export- und Investitionstätigkeiten ein – d. h. der Index gibt auf einer Skala von 0-100 Punkten Auskunft über das jeweilige Wirtschaftsklima im Land. Je höher der Wert ist, desto positiver ist das Wirtschaftsumfeld.

Die wichtigsten Studienergebnisse der ersten Erhebung auf einen Blick:

1. Voriges Jahr zeigten sich slowenische Unternehmen als die Pessimisten Südosteuropas. Damals wurde die aktuelle wirtschaftliche Situation von 33 % der Unternehmen als (sehr) schlecht beurteilt. Heuer hat sich das Bild deutlich gedreht, nur 15 % der Unternehmen sehen der Zukunft missmutig entgegen.
„Viele Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Finanzierungsstruktur neu regeln können. Das trägt natürlich dazu bei, dass die Finanzierungskosten sinken und die Profitabilität steigt. Und das hebt die Stimmung“, kommentiert Gudrun Meierschitz. Überdies sind die slowenischen Banken mittlerweile besser aufgestellt, seit DUTB die notleidenden Kredite übernommen hat. Sie vergeben wieder vermehrt Kredite zu besseren Konditionen.

2. 24 % der slowenischen Unternehmen planen in den nächsten 12 Monaten verstärkt zu exportieren. Das ist ein Plus von 6 % gegenüber dem Vorjahr. Die Investitionsfreude ist gleich geblieben. Sie liegt nach wie vor bei 20 % der Unternehmen.
„Die positive Sogwirkung, vor allem aus Deutschland, haben die slowenischen Unternehmen, die sehr stark exportorientiert sind, zum Teil gut nutzen können. Es gibt in Slowenien etliche Firmen, die sich in ihrer Nische gut etabliert haben und im Moment Rückenwind verspüren. Außerdem ist die Regierung seit längerer Zeit stabil“, erklärt Meierschitz.

3. Auffallend groß ist die unterschiedliche Wahrnehmung der wirtschaftlichen Situation zwischen den Konzernen und den KMU. Im direkten Vergleich sieht man, dass das bessere Klima vor allem von den großen Unternehmen gesehen wird. Sie beurteilen die aktuelle Situation mit 59 Punkten (KMU 42), schätzen die nächsten 12 Monate mit 61 Punkten (KMU 52) ein, planen mit 62 Punkten (KMU 49) Exportaktivitäten und sind mit 56 Punkten bereit, zu investieren (KMU 47).

Abb. 2: Einflussfaktoren des Südosteuropa-Wirtschaftsindex nach KMU und Konzernen für Slowenien (n= 150)

4. Erfreulich ist die Entwicklung bei der Zahlungsmoral. 2014 beklagten noch 32 % eine (sehr) schlechte Zahlungsmoral, 2016 sind es nur noch 14 %. 62 % der Betriebe sind mit der aktuellen Situation (sehr) zufrieden.

5. Gleichzeitig haben zwei Drittel der Unternehmen im letzten Jahr zumindest einen Zahlungsausfall erlebt. Schlechte Zahlungsmoral gehört zu den Top-3-Sorgen unserer südlichen Nachbarn. Das wird zu 20 % als Risikofaktor für den eigenen Betrieb angegeben. An erster Stelle der Sorgen-Liste stehen die wirtschaftliche Situation (35 %) und der Wettbewerb mit 15 % auf Platz drei.

„Auch wenn die slowenischen Unternehmen mit der Zahlweise der Kunden subjektiv zufrieden sind, gibt es hier schon noch Luft nach oben“ erklärt Meierschitz. „Mit einer Kreditversicherung kann man nicht nur das Ausfallsrisiko abdecken, sondern erfahrungsgemäß auch die Kunden ein wenig zur schnelleren Zahlung „erziehen“. Das hat natürlich positive Effekte auf die eigene Liquidität. Und jeder, der selbst kreditversichert ist, achtet auch verstärkt auf die eigene Zahlweise – eine Spirale, die sich in diesem Fall nach oben dreht.“

Prisma ist im Euler Hermes Konzern nicht nur für österreichische Risiken verantwortlich, sondern auch für Südosteuropa (SEE). Unter diese Verantwortung fällt einerseits die Bonitätsprüfung aller Risiken in diesen Ländern. Andererseits bietet Prisma in Slowenien und Kroatien (dort in Kooperation mit der Allianz) auch Kreditversicherung an. In Serbien besteht eine eigene Tochtergesellschaft als Serviceorganisation. Gemeinsam mit GfK wird dieser Südosteuropa-Wirtschaftsindex nun jährlich Wirtschaftsdaten für österreichische Exporteure liefern. Die gesamte Studie ist auf www.prisma-kredit.com abrufbar.

Studiendesign
Die Untersuchung wurde im Jänner 2016 durchgeführt. Zielgruppe waren kleine und mittlere Unternehmen (small and medium-sized enterprises, SME) und Konzerne (Corporate Companies), die Business to Business arbeiten. Methode: CATÍ (Computer Assisted Telephone interviewing). Pro Land wurden 150 Unternehmen befragt. Die Hälfte der Unternehmen waren KMU, die andere Konzerne.


31. Mai 2016

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