In Serbien regiert auch heuer Optimismus

Der Südosteuropa-Wirtschaftsindex das zweite Jahr in Folge positiv

Wien, 28. Juni 2016: PRISMA Die Kreditversicherung zeigt mit dem neu erschienenen Südosteuropa-Index erneut: Die Serben sind die Optimisten Südosteuropas – im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation, kommende Entwicklungen Export- und Investitionsfreude.

Die Serben beurteilen ihre wirtschaftliche Situation deutlich optimistischer als ihre Nachbarstaaten. Serbien führt mit 62 Punkten im Südosteuropa-Index - gefolgt von Bosnien Herzegowina 57 (2014: 54), Österreich 55 (2014 nicht erhoben), Slowenien 54 (2014: 49), Kroatien mit 53 (2014: 51). Das gute Ergebnis kommt sowohl von den Einschätzungen der Konzerne wie von den Einschätzungen der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Abb. 1 zeigt die jeweiligen Top-Werte pro Kategorie.

Gudrun Meierschitz, Kreditprüfungsexpertin bei PRISMA, kennt die Region und hat eine Erklärung parat: „Einerseits läuft die Propagandamaschinerie der Regierung wie geschmiert, andererseits gibt es auch positive Ergebnisse, wie eine niedrigere Arbeitslosenquote und das Ende der Rezession.“

Abb. 1: Der Südosteuropa-Wirtschaftsindex 2016 nach Ländern, Unternehmensgrößen und im Zeitvergleich 2014/2016 (n= 750)

Abbildung 2 zeigt, warum Serbien so positiv abschließt. Es liegt bei allen indexierten Einfluss-Faktoren vorne. Sei es bei der aktuellen oder künftigen Einschätzung der Entwicklung der wirtschaftlichen Lage oder bei den erwarteten Export- und Investitionstätigkeiten der befragten Unternehmen. Serbien erreicht Spitzenwerte zwischen 60 und 66 Punkte: Die Stimmung in Serbien ist schlicht als sehr gut zu bezeichnen. „Ja, es gab 2015 ein Wirtschaftswachstum und die Prognosen für 2016 sind ebenfalls erfreulich. Es ist den Serben gelungen, ausländische Investoren ins Land zu holen, z.B. aus Italien, weil die Bedingungen für interessierte Investoren dort besser sind als in den Nachbarländern“, bestätigt Meierschitz die positiven Äußerungen.

Abb. 2: Südosteuropa-Wirtschaftsindex 2016 und seine Einflussfaktoren im Ländervergleich (n= 750)

Die wichtigsten Studienergebnisse der ersten Erhebung auf einen Blick:

  1. Serbische Unternehmen sind die Optimisten des Balkans. Wie schon 2014 beurteilen 41 % der 150 befragten Unternehmen die derzeitige wirtschaftliche Situation im jeweils eigenen Umfeld als (sehr) gut. Bei der Einschätzung der nächsten 12 Monate legen die Serben mit 62 % (sehr) positiv nochmals eines drauf. Das ist unerreicht – das nächstplatzierte Land Kroatien bringt es auch auf 54 % positiven Ausblick. „Das scheint hier wirklich eine Kombination zu sein aus dem Gefühl, dass die Politik etwas bewegt, die volkswirtschaftlichen Daten sich verbessern und eine optimistischere Grundhaltung der Menschen“, so Meierschitz.
  2. Auch beim Thema Exportaktivitäten haben die Serben die Nase vorne. 36 % der Befragten gehen davon aus, dass ihr Unternehmen verstärkt exportieren wird. Das sind 15 % mehr als 2014. „Es gibt immer noch Lohnkostenvorteile, daher auch die höheren Investitionen aus dem Ausland. Und die günstig produzierten Produkte werden dann natürlich exportiert. Auch der russische Markt ist für die Serben interessant“, so Meierschitz.
  3. Die nächsten 12 Monate sind durchaus von Investitionsfreude geprägt. 39 % der der Serben planen bis Ende 2016 zu investieren. Das entspricht einer Steigerung von 9 % und ist ebenfalls unerreicht in der Region. Zweitplatziert beim Investment ist Bosnien Herzegowina mit 35 % gefolgt von 25 % Investitionsanstieg in Österreich. „Hier bleibt abzuwarten, ob die Pläne in die Tat umgesetzt werden können, sprich, ob ausreichende Finanzierungsmittel zur Verfügung stehen. Aber eine positive Grundeinstellung ist schon mal viel wert!“, weiß Meierschitz.
  4. Die Zahlungsmoral ist ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsindikator. Serbien ist unter den Südosteuropa-Ländern bestens am Weg. Die durchschnittliche Zahlungsdauer liegt laut den Befragten bei 33 Tagen. Dieser Wert wird nur von Österreich mit 25 Tagen unterboten. Trotzdem – und das ist fast ein Widerspruch: Zufrieden ist man mit der Zahlungsmoral nur zu 47 %. Dieser Wert ist mit Abstand der geringste unter den befragten Ländern.

Prisma ist im Euler Hermes Konzern nicht nur für österreichische Risiken verantwortlich, sondern auch für Südosteuropa (SEE). Unter diese Verantwortung fällt einerseits die Bonitätsprüfung aller Risiken in diesen Ländern. Andererseits bietet Prisma in Slowenien und Kroatien (dort in Kooperation mit der Allianz) auch Kreditversicherung an. In Serbien besteht eine eigene Tochtergesellschaft als Serviceorganisation. Gemeinsam mit GfK wird dieser Südosteuropa-Wirtschaftsindex nun jährlich Wirtschaftsdaten für österreichische Exporteure liefern. Die gesamte Studie ist auf www.prisma-kredit.com abrufbar.

Studiendesign
Die Untersuchung wurde im Jänner 2016 durchgeführt. Zielgruppe waren kleine und mittlere Unternehmen (small and medium-sized enterprises, SME) und Konzerne (Corporate Companies), die Business to Business arbeiten. Methode: CATÍ (Computer Assisted Telephone interviewing). Pro Land wurden 150 Unternehmen befragt. Die Hälfte der Unternehmen waren KMU, die andere Konzerne.

 


28. Juni 2016

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